Dresdner Romantikweg  Auf den Spuren der Romantik
 

Gerhard von Kügelgen (1772-1820)

Der Maler Gerhard von Kügelgen (Bacharach am  Rhein 1772–1820 Dresden) gehörte Anfang des 19. Jahrhunderts zu den besten Porträtmalern Dresdens. Seine Familie lebte von 1808 bis 1822 in Dresden.  In der ehemaligen Wohnung Kügelgens auf der Hauptstraße  befindet sich seit 1981 das Museum  der Dresdner Romantik mit dem rekonstruierten Atelier des Malers. Gerhard und sein Zwillingsbruder Karl erhielten 1791 ein Stipendium für einen Studienaufenthalt in Rom. Ihre Karrieren begannen anschließend in den baltischen Ländern und am russischen Zarenhof in St. Petersburg. Gerhard von Kügelgen hatte hier vor allem als Porträtist Erfolg. Für die Heirat mit seiner Schülerin Helene Marie Zoege von Manteuffel ließ er sich in den Adelsstand erheben. 1805 kam er mit seiner Familie nach Dresden. Die Kügelgens lebten zunächst in der Altstadt und zogen drei Jahre später in die zweite Etage des Hauses Gottessegen.
Dort empfingen sie zahlreiche Gäste. Zu ihnen gehörten auch Johann Wolfgang von Goethe, der Maler Ferdinand Hartmann und der Komponist Carl Maria von Weber. Zeitweise beherbergte Kügelgen auch Caroline Bardua, Louise Seidler und Carl Adolf Senff, die bei ihm Unterricht erhielten. Von den drei Kindern Wilhelm, Gerhard und Adelheid wurde Wilhelm später ebenfalls Maler. In Dresden widmete sich Kügelgen vor allem religiösen und mythologischen Themen, bekannter sind heute jedoch seine Porträts berühmter Zeitgenossen. 1811 wurde Kügelgen Ehrenmitglied der Königlich Sächsischen Akademie der Künste. 1814 ernannte man ihn zum außerordentlichen Professor, und vier Jahre später erhielt er einen Lehrauftrag an der Dresdner Akademie. Im März 1820, im Alter von 48 Jahren, wurde Gerhard von Kügelgen auf dem Rückweg von seinem Weinberghaus in Loschwitz bei einem Raubüberfall brutal ermordet. Sein Sohn Wilhelm setzte seinem Vater mit dem Buch Jugenderinnerungen eines alten Mannes ein literarisches Denkmal.